Einleitung

Kinder und Jugendliche mit Behinderung scheinen ein deutlich erhöhtes Risiko im Vergleich zu Kindern ohne Behinderung aufzuweisen Opfer sexuellen Missbrauchs zu werden. Insbesondere in der deutschsprachigen Forschung zum sexuellen Missbrauch wurden Kinder mit Behinderung bislang stark vernachlässigt, obwohl sie eine erhöhte Vulnerabilität auf allen Entwicklungsdimensionen aufweisen und sich oft noch mehr als Kinder ohne Behinderungen in einem Abhängigkeitsverhältnis gegenüber Dritten befinden. Bedingt durch ihre Behinderung und institutionelle Faktoren sind sie in besonderem Maße auf externe Unterstützung und Hilfe u.a. in lebenspraktischen und pflegerischen Bereichen angewiesen.
Das Forschungsprojekt „Vorbeugen und Handeln – Sexueller Missbrauch an Kindern und Jugendlichen mit Behinderung“ (SeMB) umfasst die Gruppen der Kinder und Jugendlichen mit Hörbehinderung, geistiger und körperlicher Behinderung sowie ihr betreuendes, pädagogisches Umfeld.

Das SeMB-Projekt gliederte sich in vier Schwerpunktbereiche:

  1. eine deutschlandweite Bestandsaufnahme in Förderschulen und Wohneinrichtungen der 
Behindertenhilfe
  2. die Erhebung und Messung von Verhaltensauffälligkeiten im Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch
  3. die Entwicklung und Evaluation eines Lehr-/Fortbildungskonzeptes für (angehende) Lehrer an Förderschulen sowie pädagogisches Personal
  4. die Entwicklung und Evaluation eines Präventionstrainings für Kinder und Jugendliche mit 
unterschiedlichen Behinderungsformen

Das Projekt wurde in enger Kooperation zwischen den von Bodelschwinghschen Stiftungen (Bethel.regional) und der Universität zu Köln durchgeführt.
Durch die Universität zu Köln wurde die Bestandsaufnahme in Förderschulen und Wohneinrichtungen der Behindertenhilfe vorgenommen und zudem wurden Verhaltensauffälligkeiten im Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch fokussiert. Bethel.regional war gemeinsam mit der Universität zu Köln an der Evaluation des Fortbildungskonzeptes beteiligt. Universität zu Köln konzentriert sich hierbei auf die Evaluation eines Lehr-/Fortbildungskonzeptes für (angehende) SonderpädagogInnen sowie auf die Präventionstrainings für den schulischen Bereich. Unser Verbundpartner führte das Fortbildungskonzept für MitarbeiterInnen (u.a. Heilerziehungs- und GesundheitspflegerInnen, HeilpädagogInnen, PsychologInnen) im stationären Kontext durch. Die Evaluation des Präventionstrainings für Kinder und Jugendliche mit Behinderung (Förderschulen und Wohneinrichtungen der Behindertenhilfe) oblag der Universität zu Köln.
Die Darstellung der zentralen Ergebnisse des Forschungsprojektes finden Sie in Kürze hier.