Leitziele “Vorbeugen und Handeln” in den Schwerpunktbereichen

Schwerpunktbereich 1:
Mittels einer deutschlandweiten Befragung in Wohneinrichtungen der Behindertenhilfe sowie in Schulen mit den Förderschwerpunkten “Hören und Kommunikation”, “Geistige Entwicklung” und “Körperliche und motorische Entwicklung” wurde das Ziel verfolgt, u.a. Daten zum Wissensstand über sexuellen Missbrauch, zur Häufigkeit als auch zu begünstigenden strukturellen und situativen Faktoren, Präventionskonzepten auf Mitarbeiter- und Kindesebene sowie zu institutionellen Vorgehensweisen in bestätigten Missbrauchs- und Verdachtsfällen durch das betreuende pädagogische Umfeld zu erheben.

Schwerpunktbereich 2:
Das Auftreten von Verhaltensauffälligkeiten und psychischen Störungen im Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch bei Kindern und Jugendlichen mit Behinderung wird in der (inter-)nationalen Forschungsgemeinschaft vielfach diskutiert, aber nur vereinzelt untersucht.
Für den deutschen Sprachraum liegen zahlreiche narrative Berichte vor, die einen Zusammenhang zwischen sexuellen Übergriffen auf Kinder und Jugendliche mit Behinderung und der Ausbildung von Verhaltensauffälligkeiten sowie psychischen Störungen vermuten lassen. Bislang fehlen jedoch wissenschaftliche Untersuchungen, die Auskunft über mögliche Zusammenhänge bieten. Ziel war es, sich dieser Forschungslücke zu widmen.

Schwerpunktbereich 3:
Die Vermittlung von Fachwissen zur Vorbeugung sexuellen Missbrauchs kann in der Ausbildung von pädagogischen Fachkräften nicht früh genug ansetzen. Grundlagen- und Handlungswissen stellen notwendige Voraussetzungen dar, um u.a. strukturelle und personelle Risikofaktoren sowie Warnsignale, die auf sexuellen Missbrauch hindeuten, frühzeitig erkennen und dementsprechend handeln zu können.
SeMB entwickelte daher ein Lehr- und Fortbildungskonzept für Studierende der Sonderpädagogik sowie für bereits in der Berufspraxis tätige Sonderpädagogen und anderes pädagogisches Personal aus Wohneinrichtungen für Kinder und Jugendliche mit geistiger, körperlicher oder Hörbehinderung.

Schwerpunktbereich 4:
Bislang fehlt es an wissenschaftlich evaluierten Präventionsprogrammen für Kinder und Jugendliche mit den o.g. Behinderungen. Ziel war es, ein Präventionskonzept zu entwickeln, welches auf die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen mit den o.g. Behinderungsformen abgestimmt ist und dieses im schulischen und Wohngruppenkontext zu evaluieren. Es wurden insgesamt drei Trainings mit weitgehend identischen Inhalten konzipiert, die jedoch jeweils an die spezifischen Voraussetzungen von Kindern mit Hör-, geistiger- und körperlicher Behinderung angepasst sind.

Infos zu den Forschungsschwerpunkten in DGS